Niki de Saint Phalle – zurecht Ehrenbürgerin Hannovers!

IMG_20160902_152855

Jeder von uns kennt sie und mittlerweile werden sie von fast allen geliebt – die NANAS. Doch über die Künstlerin und Ehrenbürgerin Hannovers, Niki de Saint Phalle, wissen in Hannover nicht allzu viele Bescheid. Dabei hat sie eine außergewöhnliche Vergangenheit.

Mit vollem Namen heißt sie eigentlich Catherine Marie-Agnes Comtesse Fal de Saint Phalle und wurde 1930 in Paris geboren. Doch ihre Kindheit war alles andere als leicht und unbeschwert. Mit 11 Jahren vergewaltigte ihr Vater sie und als Folge erlitt sie mit 21 Jahren, zu dem Zeitpunkt bereits verheiratet und Mutter, einen Nervenzusammenbruch und war stark suizidgefährdet. Nachdem sie in eine Nervenheilanstalt kam und dort u.a. Elektroschocks über sich ergehen lassen musste, half ihr irgendwann endlich eins, im Leben weiterzukommen – das Malen und die Kunst.

In ihrer Arbeit lassen sich diese Wut und Verletzbarkeit wiederfinden. Das Werk „Sankt Sebastian oder Porträt meines Liebhabers“ zeigt zum Beispiel ein auf Holz geklebtes weißes Männerhemd mit ungebundener Krawatte, bei dem Nägel das Hemd durchbohren und der Kopf durch eine Zielscheibe ersetzt wurde, in dem Wurfpfeile stecken. In zahlreichen folgenden Aktionen ging sie sogar noch weiter und zielte mit einem Kleinkalibergewehr auf mit Farbe gefüllte Reliefs.

Nach diesen eher gewaltigen Ausdrücken der Kunst, ging sie über zu den heute so bekannten Nanas. Auslöser war u.  a. ein Gemälde von Edouard Manet, welches eine Prostituierte bei der Toilette zeigte und somit das Pariser Publikum schockierte. Aber Niki de Saint Phalle wollte nicht provozieren, sondern lediglich zeigen: Frauen verkörpern das stärkere Prinzip.

Nachdem sie schon einige Skulpturen entstehen lassen hatte, bekam sie 1966 zusammen mit ihrem Lebensgefährten Jean Tinguely das Angebot, im Stockholmer Moderna Museet eine Riesen-Nana zu gestalten. Das Besondere: Das Publikum sollte durch die Vagina in das Innere der Nana gelangen. Im Inneren gab es zahlreiche Attraktionen: eine Milchbar, ein Planetarium, eine beschallte Liebesbank, u. v. m. Eines ihrer größten Werke, angelehnt an Gaudis Parc Güell in Barcelona, ist der Tarot-Garten in der südlichen Toscana, der auf Besucher „magisch“ wirken soll und definitiv auf meiner „to-visit-Liste“ steht.

20160902_151601

Doch was machte ihre Beziehung zu Hannover so besonders? 1969 hatte sie hier eine ihrer ersten großen Einzelausstellungen und ihre Nanas, die heutzutage von uns allen geliebt werden, lösten 1974 heftige Proteste aus – aber eben auch eine Debatte über Kunst im öffentlichen Raum. Zudem ist die Ausgestaltung der Grotte in den Herrenhäuser Gärten ihr letztes großes Kunstprojekt gewesen, bevor sie gestorben ist. Nachdem sie am 17. November 2000 als Ehrenbürgerin Hannovers ernannt wurde, schenkte sie über 400 ihrer Werke dem Sprengel Museum. 2002 wurde zudem die Passerelle in der Innenstadt in Niki-de-Saint-Phalle-Promenade umbenannt.

Meiner Meinung nach ist es beeindruckend, wie sie auf so eine positive Art und Weise ihr Traumata verarbeitet und welche neue Rolle Kunst im öffentlichen Raum durch sie bekommen hat. Sie ist eine inspirierende Persönlichkeit, die auch der Weiblichkeit neuen Ausdruck verliehen hat.

Wir können stolz sein, dass in Hannover noch so viel an sie und ihr Werken erinnert!

Liebe Grüße,

Rebecca

P.S.: Noch bis zum 29. Januar 2017 könnt ihr im Sprengel Museum die Ausstellung „Niki de Saint Phalle – The Big Shots“ sehen.

 

Quelle: auf http://www.art-magazin.de/ findet ihr tolle Artikel zum Bereich Kunst und natürlich auch die hierfür verwendeten Artikel zu Niki de Saint Phalle.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.